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AngstPsychische GesundheitVor der Reise

Reiseangst bewältigen, bevor Sie den Flughafen erreichen

TravelMaud Redaktionsteam3 Min. Lesezeit
Eine Person sitzt im Schneidersitz in einer ruhigen, sanft beleuchteten Nische und schaut ruhig auf ihr Handy.

Erwartungsangst vor einer Reise ist weit verbreitet und zeigt sich oft schon lange vor der eigentlichen Reise, manchmal Tage im Voraus. Für neurodivergente Reisende können Unsicherheiten über Zeitpläne, sensorische Umgebungen und soziale Anforderungen diese Vorlaufzeit besonders belastend machen. Keine der folgenden Strategien verlangt von Ihnen, sich „durchzukämpfen". Es geht darum, die Anzahl der Unbekannten zu verringern, die Sie am Reisetag mit sich tragen.

Benennen Sie, was die Angst tatsächlich auslöst

Ein diffuses Unbehagen lässt sich schwerer einplanen als eine konkrete Sorge. Schreiben Sie die tatsächlichen Auslöser auf, zum Beispiel: nicht zu wissen, wie laut es am Gate sein wird, die Sorge, bei der Sicherheitskontrolle gehetzt zu werden, oder nicht zu wissen, was bei einer Flugverspätung zu tun ist. Sobald eine Sorge konkret ist, lässt sich meist eine konkrete Reaktion darauf planen, worum es in den nächsten Abschnitten geht.

Erstellen Sie einen schriftlichen Reiseablauf, auch nur einen groben

Ein vorhersehbarer Ablauf verringert die Anzahl der Entscheidungen, die Sie im Moment treffen müssen. Das muss nicht aufwendig sein:

  1. Zu einer festen Zeit von zu Hause aufbrechen
  2. Im Terminal ankommen und die Abflugtafel finden
  3. Durch die Sicherheitskontrolle gehen (Sensory-Kit mitbringen; siehe unseren Leitfaden zum Sensory-Kit)
  4. Das Gate finden und, falls vorhanden, einen ruhigen Sitzbereich ausfindig machen
  5. Beim zugewiesenen Boarding-Aufruf einsteigen, nicht unbedingt als Erstes

Bewahren Sie den Reiseablauf gut zugänglich auf: als Notiz auf dem Handy, als ausgedruckte Karte oder als gemeinsame Notiz mit einer Reisebegleitung.

Entscheidungen am Reisetag selbst reduzieren

Angst verstärkt sich oft durch kleine, unter Zeitdruck getroffene organisatorische Entscheidungen. Legen Sie am Abend zuvor fest: was Sie anziehen, was in Ihr Handgepäck kommt und welche Route Sie zum Flughafen nehmen. Wenn eine Entscheidung nicht am Reisetag selbst getroffen werden muss, treffen Sie sie früher.

Nutzen Sie den Sunflower-Lanyard, wenn er Ihnen hilft

Das Tragen eines Sunflower-Lanyards verpflichtet Sie zu keinerlei Erklärung gegenüber dem Flughafenpersonal. Es signalisiert lediglich, dass Sie etwas mehr Zeit oder Geduld benötigen könnten. Viele Reisende berichten, dass allein das Tragen die Angst vor einer möglichen schwierigen Interaktion mit dem Personal verringert, selbst wenn sie am Ende keine zusätzliche Hilfe benötigen.

Haben Sie einen Plan für Verzögerungen, nicht nur für den Idealfall

Ein Großteil der akutesten Angst im Moment entsteht durch Planänderungen: ein Gate-Wechsel, eine Verspätung, eine längere Warteschlange an der Sicherheitskontrolle als erwartet. Statt zu hoffen, dass das nicht passiert, legen Sie im Voraus fest, was Sie in diesem Fall tun: wen Sie kontaktieren, wo Sie warten und was Ihnen hilft, sich zu regulieren (Musik, ein Fidget-Gegenstand, sich aus einem überfüllten Bereich zurückziehen).

Wann Sie professionelle Hilfe hinzuziehen sollten

Wenn Reiseangst so stark ist, dass sie regelmäßig Reisen verhindert, oder von Paniksymptomen begleitet wird, die sich nicht bewältigen lassen, lohnt sich das Gespräch mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten, die oder der sich mit Angst oder speziell mit Neurodivergenz auskennt. Sowohl expositionsbasierte Ansätze als auch konkrete Bewältigungsstrategien können helfen, und Fachpersonal kann beides auf Ihre Situation zuschneiden.


Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine persönliche medizinische oder psychologische Beratung. Wenn Reiseangst Ihr Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt, sprechen Sie mit einer lizenzierten Fachperson für psychische Gesundheit.